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Mediation

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Mediation

Herr Rechtsanwalt Bach ist Wirtschaftsmediator


Seit dem 26.07.2012 gibt es das „Mediationsgesetz“. Rechtliche Konflikte können nunmehr im außergerichtlichen Bereich auf der Grundlage des Mediationsgesetzes geregelt werden und im gerichtlichen Verfahren weiterhin die Mediation über den so genannten „Güterichter“ erfolgen. Mediation bietet sich in vielerlei Rechtsgebieten an: Gesellschaftsrecht, üblichen Vertragsrecht, Unternehmensrecht, Bankrecht, Erbrecht und weiteren Rechtsgebieten.

Den Parteien geht es in der Mediation um eine „Win-Win“-Lösung. Eine schnelle und kostengünstige Regelung ist das erstrebte Ziel mit möglicher Aufrechterhaltung der Geschäftsbeziehung bzw. Vertragsbeziehung oder eben auch deren Beendigung. Wesentliche Verfahrensstufen der Mediation sind:

Die Sachebene

Hier geht es darum, welches Sachproblem liegt dem Konflikt zu Grunde?
Welche Fakten müssen berücksichtigt werden?
Welche Positionen von den Parteien werden formuliert?
Welche Interessen stehen dahinter?

Die Beziehungsebene

Wie weit ist der Konflikt bereits eskaliert?
Welche Bedürfnisse (wie Respekt, Vertrauen, Anerkennung u.a.) sind bei den Parteien unerfüllt und mit zu berücksichtigen?
Welche Voraussetzungen beinhalten die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Parteien?

Die Verfahrensebene

An welcher Stelle des Verfahrens befindet sich der Konflikt?
Verläuft die Mediation für alle Streitparteien transparent?
Ist ein sicherer Rahmen (Vertraulichkeit) gewährleistet, der die Öffnung der Streitparteien fördert?

Die Eigenverantwortlichkeit der Streitparteien

Mediation geht von der Grundannahme aus, dass die Streitparteien am besten wissen, wie der Konflikt zu lösen ist.
Der Mediator soll auf Grund seiner Kommunikationsfähigkeiten und entsprechenden psychologischen Einfühlungsvermögen den Parteien bei der Findung der Lösung hilfreich zur Seite stehen.
Der Mediator hat die Allparteilichkeit (Unabhängigkeit) zu beachten.

Stufen der Streitphasen:


Mediationswissenschaftler haben dabei folgende Stadien der Eskalation zwischen Parteien ausfindig gemacht:

  • Erste Eskalationsstufe: Verhärtung
  • Zweite Eskalationsstufe: Debatte und Polemik
  • Dritte Eskalationsstufe: Taten statt Worte
  • Vierte Eskalationsstufe: Images und Koalitionen
  • Fünfte Eskalationsstufe: Gesichtsverlust
  • Sechste Eskalationsstufe: Drohstrategien
  • Siebte Eskalationsstufe: Begrenzte Vernichtungsschläge
  • Achte Eskalationsstufe: Zersplitterung
  • Neunte Eskalationsstufe: Gemeinsam in den Abgrund

(Friedrich Glasel, „Stufen der Konflikteskalation“).

Der Mediator sollte im Übrigen eine qualifizierte Ausbildung als Mediator mit möglichst nachgewiesenem Ausbildungsstundenmodell von über 200 Ausbildungsstellen nachweisen können und neben seiner juristischen Fachkenntnis auch großes psychologisches Einfühlungsvermögen haben.